Lorient
23. Mai 2014

marokkanische Teezeremonie

Die marokkanische Teezeremonie beglückt!

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In der sommerlichen Hitze Marokkos, wenn man die Umgebung beginnt verschwommen wahrzunehmen, dann krönt der Genuss marokkanischen Tees diesen Zustand, der sich dann verschwommen, verronnen und picksüß anfühlt. Die Schärfe der Minze scheint den Kopf zu klären und man ist wieder bei sich! Aber bevor es soweit ist hört man das Sprudeln heißen Wassers und das Geräusch der ausgießenden Teekanne, die immer wieder hoch und tief geschwenkt wird, bis ein Schaum im Glas entsteht. Dieses Sammelsurium an Zutaten, Geräuschen, sich wiederholenden Ritualen und Gerüchen brennt sich für immer in unseren Gedanken ein.

Eine Szene die einfach nicht zu vergessen ist und die die Wahrnehmung sofort verschwommen werden lässt. Nun sitze ich hier, im sechsten Bezirk, kühlendes Altbaugemäuer, draußen ohnehin nur 28 Grad und trotzdem kann ich es fühlen… wie meine Augen immer kleiner werden, sich alles weit weg anhört und die Hitze bereits meinen Kopf zum kochen gebracht hat, dann die sprudelnden Geräusche des Tee-Wasser-Zuckergemisches, die das Gefühl des kochenden Kopfes noch verstärken und  schließlich der befreiende Moment, in dem der Tee endlich genossen wird.

Hellwach bin ich wieder, meine Augen scharf wie die eines Adlers, der Kopf kühl, die Gedanken geordnet, und jetzt wird mir klar: ich habe Fernweh!

Der typisch marokkanische Tee ist immer Grüntee “Gunpowder”, frische Minze und Zucker ohne Ende.
Er ist fast ungenießbar ohne Zucker, echt scheußlich würde ich sagen! Aber man trinkt ihn ja nicht wie Wasser.
Deshalb sind die marokkanischen Teegläser immer sehr klein, denn der darin servierte Tee ist die klassische Portion, ein bis zwei Gläschen reichen völlig aus um wieder zu sich zu kommen, in der glühenden Hitze von Marrakesch, wo es im Juli nicht selten bis zu 55 Grad im Schatten haben kann.
Die Teekanne in Birnenform wurde im 18. Jahrhundert von englischen Händlern eingeführt und wird bis heute noch, teils mit wunderbaren Ziselierungen, bei der marokkanischen Teezeremonie verwendet. Dass die Teezeremonie ausschließlich Männersache ist, klingt zwar faszinierend, aber nicht erschrecken wenn euch mal eine Frau einen Tee zubereitet – ihr seid trotzdem geschätzte Gäste.

Der marokkanische Tee ist unglaublich süß und trotzdem ist etwas weniger Zucker drin als man glaubt, denn durch das zweimalige Aufkochen spalten sich die Zuckermoleküle und schmecken noch intensiver.

In Marokko ist es natürlich nicht immer heiß und trotzdem wird der Tee von allen Menschen, egal welcher Herkunft, zu allen Jahreszeiten getrunken.
Im Winter, wenn es kühl und regnerisch ist, wärmt er und die Teigfladen mit Honig und Butter, die dazu serviert werden, schmecken einfach köstlich.

Wie auch immer an diesem Getränk kommt man in Marokko einfach nicht vorbei, und wenn es mal nicht so gut schmeckt, dann ist wohl der falsche Koch am Werk gewesen, was in den Touristenfallen Marokkos natürlich jederzeit vorkommen kann. Dann lieber mal das Lokal mit der weniger schönen Aussicht auf den Jam el´Fna wählen.


Marokko für Zuhause...

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