Lorient
6. Februar 2016

Essaouira – Mogador

ESSAOUIRA IST ANDERS!

Anders als der Rest von Marokko, anders als andere orientalische Kleinstädte. Anders als der Rest der Welt.
Hier werden die Besucher und Besucherinnen  zu einem Teil der Sehenswürdigkeiten. Dreadlocks wohin das Auge schaut. Als wären sie die Eintrittskarte zu den Geheimnissen des kleinen Städtchens an der südlichen Atlantikküste. Wir sehen vor allem französisch oder englisch sprechende Touristen und viele Marokkaner und Marokkanerinnen. Der Hair- und Dresscode-ausgefallen-gilt auch für die Einheimischen. Essaouira ist auch unter den Einheimischen dafür bekannt ganz spezielle Leute anzuziehen. Selbst der Grundriss der Altstadt, der völlig symmetrisch ist, ist total ungewöhnlich.

Mogador, so hieß die Kleinstadt bis zur Unabhängigkeit Marokkos, die von den Portugiesen im 15. und 16. Jahrhundert erobert wurde und nach dem Schutzpatron der Stadt benannten. Ein verehrter islamischer Heiliger namens Sidi Mogdul. Dieser soll der Legende nach ursprünglich ein Schotte namens Mac Donald gewesen sein, der sich einst hierher abgesetzt hatte, zu Lebzeiten verehrt und posthum zu einem Marabout erhöht wurde. In der Sprache der Berber (Tamazight) wird Essaouira auch heute noch als Mogador bezeichnet. Für den Inhalt dieses Absatzes übernehme ich im Gegensatz zum Rest des Blogs keine Verantwortung. 🙂
(Quelle: Wikipedia)

terrasse_riad

BARS, CAFES, KUNST

Wir ziehen durch die Gassen der Medina, deren Stadtmauern direkt an der Küste liegen und vor denen gewaltige Wellen brechen. Wir finden vor allem, das alles was mit bildender Kunst zu tun hat in Essaouira außergewöhnlich ist. Jeder der Talent besitzt stellt seine Bilder offenbar in diesem kleinen, schrägen Städtchen aus. Auffallend sind auch die zahlreichen kleinen Bars, Cafes und Restaurants, die ungewöhnliches und spontanes Design bieten. In den alten Gewölben spielt es oft nicht so eine große Rolle wie viele Menschen Platz finden, sondern wie speziell sie Platz finden.

MEGA-MUSIK, ESSEN, DESIGN

Ein absoluter Tipp ist das Megaloft, nicht allein das Mega Ambiente überzeugt uns, es ist vor allem die Mega Küche und darüberhinaus die Mega Musik. Ein junger Mann begleitet seinen Gesang mit einer Gitarre, ein Zweiter spielt abwechselnd drei verschiedene Percussioninstrumente und den ein oder anderen Song kommt eine junge Marokkanerin dazu und die beiden singen im Duett. Was dabei rauskommt verdient sofort einen Plattenvertrag. Die jungen Leute singen mit voller Hingebung vor vielleicht 7 Leuten, weil Mitte Jänner, unter der Woche, Essaouira eben nicht aus allen Nähten platzt-welch ein Glück (für uns)!

megaloft_innen

WOHNEN IM RIAD

Wir wohnen zur Abwechslung wieder mal in einem Riad, nicht eines von den schicken Riads, in denen du glaubst zu träumen, sondern in einem ziemlich einfachen aber sehr detailreichen Haus, das-wie kann es anders sein-von einer Französin geführt wird. Sie sprüht nur so vor Höflichkeit und Charme und ist dauernd unterwegs. Sie lässt sich von ihren Mitarbeitern mindestens 7 mal für ihre Abwesenheit entschuldigen!  Und das während unseres 2 tägigen Aufenthalts. Das finden wir echt lustig und zuvorkommend. Das Riad ist sehr klein, hat aber 3 Stöcke, da muss ich gleich wieder an Amsterdam denken, und daran, dass das jetzt kein Zufall sein kann 🙂
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Im Eingangsbereich ist alles orange-mint gehalten, die Pflanzen in den Tontöpfen stehen wie Blutgeschwister neben den Möbeln. Es duftet nach nicht identifizierbarem Räucherwerk und die Stimmung hat etwas beruhigendes. Die steilen Treppen aufwärts führen zu den Zimmer, wobei die Gastgeberin ihres offensichtlich im ersten Stock hat. Wir sind im obersten Stock, weshalb sich das einführende Gespräch mit der Vermieterin sehr atemlos gestaltet. Unser Zimmer ist vorwiegend weiß-blau, wenn wir aus dem Fenster schauen, sehen wir ein uraltes, nicht fertiggestelltes Minarett und …das Meer. Noch eine Treppe hoch dann sind wir auf der Dachterrasse. Hier frühstücken wir auch. Hier ist alles lila-weiß. Die Bänke, die Tische, das Frühstücksgeschirr. Die Möwen die vor unseren Nasen auf Mauervorsprüngen sitzen passen perfekt dazu. Die Sonne blendet uns um 9 Uhr in der Früh, es weht eine leichte Prise.

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KUNSTHANDWERK AUS THUJAHOLZ

In Essaouira gibt es viele Geschäfte in denen Thujaholzgegenstände angeboten werden. Mehr als sonst wo in Marokko. Wir sind hier im Herzen der Thujaholzverarbeitung. Tische, Brettspiele, Lampen, selbst die “Khmissa” ist hier aus Holz. Es duftet unvergleichlich gut.
Mitten in der Stadt gibt es eine sehr alte Patisserie, welche wohl die einzige ist, die Spezialitäten in einer angemessenen Qualität bietet. Doch vielmehr ist sie skurril  zugeklatscht mit hunderten von Gemälden. Hier müsst ihr euren süßen Hunger unbedingt stillen.

DAS GWANAWAFESTIVAL IST EIN MUSS

Essaouira ist wie Agadir eine Surferhochburg, denn überall in der Umgebung gibt es dafür die besten Strände. Doch die beiden Städte könnten unterschiedlicher nicht sein. Wenn ihr in Essaouira guten Fisch und Meeresfrüchte essen wollt, dann geht einfach zu den kleinen Fischbuden bevor in die Altstadt kommt. Hier habt ihr den schönsten Blick auf den Platz, der das Tor zur Altstadt bildet. (unten am Bild) Hier findet alljährlich im Mai das legendäre Gnawafestival statt. Solltet ihr Musik lieben und euch die Zeit frei einteilen können, dann kommt unbedingt dorthin. Die Musik der Gnawa, die für Trancezustände sorgen kann (will) ist einzigartig und der ganze Ort befindet sich in einem Taumel.


Marokko für Zuhause...

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